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Kind verdreht Buchstaben – ist das LRS?

Vielleicht kommt dir das bekannt vor: dein Kind ist im Grundschulalter und vertauscht b und d sowie p und q, dreht Zahlen um oder Wörter erscheinen „verkehrt herum“. Das sorgt schnell für Verunsicherung und du fragst dich: „Ist das noch normal oder steckt womöglich eine Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) dahinter?“. Buchstaben zu verdrehen gehört in einer bestimmten Entwicklungsphase häufig dazu. Entscheidend ist, wie lange und wie stark diese Unsicherheiten auftreten.

Warum Kinder Buchstaben verdrehen

Lesen und Schreiben sind hochkomplexe Lernprozesse. Kinder müssen:

  • Buchstaben visuell unterscheiden
  • deren Laut zuordnen
  • die richtige Schreibrichtung beachten
  • ähnliche Formen sicher auseinanderhalten

Besonders Buchstaben wie b/d, p/q, m/w und n/u sehen sich sehr ähnlich. Für ein ungeübtes Gehirn sind diese Unterschiede zunächst schwer zu verarbeiten. Das bedeutet nicht automatisch, dass eine Störung vorliegt.

 

Wann ist Buchstabenverwechslung normal?

In der ersten und teilweise noch in der zweiten Klasse sind solche Fehler häufig. Typisch für eine normale Lernphase ist Folgendes:

  • Fehler treten unregelmäßig auf
  • Manche Tage laufen deutlich besser
  • Das Kind erkennt den Fehler nach Hinweis selbst
  • Mit zunehmender Übung werden die Verwechslungen weniger

Das Gehirn baut in dieser Zeit noch stabile „Buchstabenmuster“ auf.

 

Wann kann es ein Hinweis auf LRS sein?

Eine Lese-Rechtschreib-Schwäche betrifft die Verarbeitung von Lauten und Schrift systematisch. Dabei geht es nicht nur um einzelne vertauschte Buchstaben. Mögliche Hinweise können sein:

  • Die Verwechslungen bleiben über längere Zeit bestehen
  • Buchstaben werden nicht nur gespiegelt, sondern auch klanglich falsch zugeordnet
  • Silben werden nicht korrekt zusammengesetzt
  • Das Lesen bleibt trotz Übung sehr stockend
  • Rechtschreibfehler sind dauerhaft und wiederkehrend

Wichtig: Einzelne Merkmale allein reichen nicht für eine Einschätzung aus. Eine fachliche Abklärung kann bei anhaltenden Schwierigkeiten sinnvoll sein.

 

Der Unterschied: Entwicklungsphase oder LRS?

Entwicklungsbedingte Unsicherheit Mögliche LRS
Fehler werden langsam weniger Fehler bleiben konstant bestehen
Kind erkennt Fehler nach Korrektur Fehler werden kaum bemerkt oder wiederholt
Lesen verbessert sich mit Übung Fortschritte bleiben trotz Übung gering
Hauptproblem ist die Buchstabenform Zusätzlich Schwierigkeiten bei Laut-Zuordnung

 

Wie Eltern sinnvoll unterstützen können

Unabhängig von der Ursache kannst du dein Kind stärken.

Buchstaben multisensorisch üben
  • Buchstaben in Sand schreiben
  • Mit Knete formen
  • Mit dem Finger in die Luft malen
  • Laut dabei mitsprechen

Je mehr Sinne beteiligt sind, desto stabiler wird die Verknüpfung.

Silben statt Einzelbuchstaben trainieren

Das isolierte Üben einzelner Buchstaben ist oft weniger wirksam als das Arbeiten mit Silben.

Beispiel:

  • ba – be – bi – bo – bu
  • da – de – di – do – du

So lernt dein Kind, Laut und Schrift gemeinsam zu verarbeiten.

Strukturierte Übungsmaterialien nutzen

Manche Kinder profitieren von klar aufgebauten Trainingsmaterialien mit:

  • schrittweiser Steigerung
  • direkter Selbstkontrolle
  • visueller Struktur

Solche Lernsysteme können das häusliche Üben unterstützen, ersetzen jedoch keine fachliche Diagnostik oder Therapie.

 

Silbenkarten

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strukturierte Lesetrainingshefte

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miniLÜK-Leseübungen

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Die miniLÜK-Übungshefte funktionieren zusammen mit dem passenden LÜK-Kasten* – so kann dein Kind die Aufgaben selbstständig lösen und kontrollieren.

Wann sollte man genauer hinschauen?

Eine fachliche Einschätzung kann sinnvoll sein, wenn:

  • die Verwechslungen über längere Zeit sehr ausgeprägt bleiben
  • kaum Fortschritte sichtbar sind
  • zusätzlich große Schwierigkeiten beim Lesen bestehen
  • das Selbstvertrauen deutlich leidet

Eine frühe Klärung kann entlastend sein – unabhängig vom Ergebnis.

Fazit

Wenn dein Kind Buchstaben verdreht, ist das zunächst kein Grund zur Panik. In der frühen Schreibentwicklung sind solche Unsicherheiten häufig. Entscheidend ist, ob sich die Fehler mit Übung allmählich reduzieren oder dauerhaft bestehen bleiben. Mit geduldiger Begleitung, klarer Struktur und gegebenenfalls fachlicher Unterstützung lässt sich dein Kind gezielt stärken.

Wichtiger Hinweis: Die hier bereitgestellten Informationen dienen der allgemeinen Orientierung. Sie stellen keine Diagnose und keine individuelle Therapieempfehlung dar. Wenn du bei deinem Kind anhaltende Auffälligkeiten oder Entwicklungsverzögerungen vermutest, dann lass dies bitte durch qualifiziertes Fachpersonal abklären.

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