Kurzzeitgedächtnis trainieren bei Kindern – Übungen für zuhause
Vielleicht hast du festgestellt, dass sich dein Kind Dinge nur schwer merken kann. Anweisungen werden schnell vergessen, Gelerntes bleibt nicht lange im Kopf und Aufgaben werden mittendrin unterbrochen. Das kann im Schulalltag schnell zu Frust führen – sowohl bei deinem Kind als auch bei dir. Die gute Nachricht ist allerdings, dass sich die Merkfähigkeit im Alltag spielerisch üben lässt. Bereits kleine Übungen können helfen, das Kurzzeitgedächtnis regelmäßig zu nutzen und zu stärken.
Warum das Kurzzeitgedächtnis wichtig ist
Das Kurzzeitgedächtnis speichert Informationen für kurze Zeit und ermöglicht es Kindern, mehrere Schritte hintereinander auszuführen.
Es wird z.B. benötigt für:
- Rechenaufgaben
- Lesen und Textverständnis
- Abschreiben von der Tafel
- mehrteilige Anweisungen
Wenn die Merkspanne gering ist, wirken Kinder oft unkonzentriert oder langsam, obwohl sie sich eigentlich bemühen.
Wie Gedächtnistraining im Alltag aussehen kann
Wichtig ist: Gedächtnisübungen sollten kurz, regelmäßig und spielerisch sein. Lange oder stark leistungsorientierte Übungen führen häufig eher zu Frustration.
Dieses Spiel funktioniert ähnlich wie das bekannte Spiel „Ich packe meinen Koffer“ und lässt sich überall durchführen, z.B. beim Einkaufen oder im Auto. Kinder müssen sich eine immer länger werdende Liste merken und wiederholen. Dadurch werden spielerisch die Merkspanne, Aufmerksamkeit und Sprachverarbeitung trainiert.
Beginne mit einer kurzen Liste: „Wir brauchen heute Äpfel, Brot und Milch.“
Dein Kind wiederholt die Liste und ergänzt dann ein weiteres Produkt: „Wir brauchen heute Äpfel, Brot, Milch und Käse.“
Mit jeder Runde wächst die Liste.
Lege 5-8 Gegenstände auf einen Tisch, z.B.: Stift, Schlüssel, Spielzeugauto, Buch und Tasse. Dein Kind schaut sich alles kurz an, danach deckst du die Gegenstände ab. Nun versucht dein Kind aufzuzählen, was es gesehen hat. Diese Übung trainiert die visuelle Merkfähigkeit.
Kinder lernen oft besonders gut über Bewegung. Zudem machen ihnen Bewegungsspiele häufig viel Spaß. Du kannst beispielsweise folgende Bewegungsabfolge vormachen:
- Klatschen
- Springen
- Drehen
Dein Kind wiederholt die Bewegungen in der richtigen Reihenfolge. Mit jeder Runde kann eine weitere Bewegung ergänzt werden.
Lies einen kurzen Abschnitt aus einer Geschichte vor und lasse dein Kind anschließend Fragen beantworten:
- Was ist passiert?
- Wer kam vor?
- Was geschah zuerst?
So wird das Arbeitsgedächtnis aktiviert.
Klassische Gedächtnisspiele, wie z.B. Memory-Varianten oder Zuordnungsspiele, trainieren das Wiedererkennen von Mustern und Informationen. Auch strukturierte Lernsysteme, wie z.B. miniLÜK, können beim Üben unterstützen. Sie bieten klar aufgebaute Aufgaben mit direkter Selbstkontrolle. Kinder können dadurch eigenständig üben und sehen sofort, ob eine Aufgabe richtig gelöst wurde.
Solche Materialien können das regelmäßige Training unterstützen, ersetzen jedoch keine fachliche Diagnostik oder therapeutische Förderung.
Memory-Varianten
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Zuordnungsspiele
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miniLÜK
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Die miniLÜK-Übungshefte funktionieren zusammen mit dem passenden LÜK-Kasten* – so kann dein Kind die Aufgaben selbstständig lösen und kontrollieren.
Wie oft sollte man üben?
Kurze Übungseinheiten sind meist effektiver als lange Lernphasen. Empfehlenswert sind:
- 5–10 Minuten täglich
- spielerische Aufgaben
- regelmäßige Wiederholung
Das Gedächtnis entwickelt sich durch kontinuierliche Nutzung.
Was zusätzlich helfen kann
Neben Übungen spielen auch Alltagsfaktoren eine Rolle. Die Gedächtnisleistung wird unter anderem beeinflusst durch:
- ausreichend Schlaf
- Bewegung
- regelmäßige Pausen
- eine ruhige Lernumgebung
Überforderung oder Stress können die Merkfähigkeit deutlich beeinträchtigen.
Wann professionelle Unterstützung sinnvoll sein kann
Wenn ein Kind dauerhaft große Schwierigkeiten hat, Informationen zu behalten, kann eine fachliche Einschätzung sinnvoll sein. Z.B., wenn schulische Aufgaben stark betroffen sind, trotz Übung kaum Fortschritte sichtbar sind oder dein Kind sehr frustriert reagiert.
Eine frühzeitige Beratung kann helfen, passende Unterstützungswege zu finden.
Fazit
Das Kurzzeitgedächtnis deines Kindes lässt sich im Alltag auf viele spielerische Arten trainieren. Kleine Übungen, Gedächtnisspiele und klare Strukturen können Kindern helfen, Informationen besser zu speichern und zu verarbeiten. Wichtig ist dabei vor allem Regelmäßigkeit und eine entspannte Lernatmosphäre.
