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Kind unkonzentriert beim Lesen – oder ist es LRS?

Ist dir bei deinem Kind vermehrt aufgefallen, dass es beim Lesen oder bei den Hausaufgaben unruhig auf dem Stuhl hin und her rutscht, ständig die Zeile verliert, Wörter falsch liest oder sie errät und bereits nach wenigen Minuten mit der Aufmerksamkeit ganz woanders ist? Vielleicht fragst du dich, ob dein Kind einfach unkonzentriert ist oder womöglich eine Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) dahintersteckt? In diesem Artikel erfährst du, woran du die Unterschiede erkennen kannst und wie du dein Kind passend unterstützt.

Warum Lesen hohe Konzentration verlangt

Lesen ist ein komplexer Vorgang. Dein Kind muss gleichzeitig:

  • Buchstaben erkennen
  • Laute korrekt zuordnen
  • Silben verbinden
  • Wörter zusammensetzen
  • Sinn erfassen

Das erfordert Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Ausdauer. Wenn ein Teil davon noch nicht sicher ist, wirkt das Kind schnell unkonzentriert – obwohl es eigentlich überfordert ist.

 

Typische Anzeichen für reine Unkonzentriertheit

Wenn es sich hauptsächlich um ein Konzentrationsproblem handelt, zeigen sich die Schwierigkeiten meist nicht nur beim Lesen. Mögliche Hinweise:

  • auch bei anderen Aufgaben, z.B. Mathe oder Basteln, fällt es schwer, bei der Sache zu bleiben
  • Aufgaben werden begonnen, aber nicht beendet
  • das Kind lässt sich leicht ablenken
  • Fehler passieren unregelmäßig
  • an guten Tagen klappt es deutlich besser

Das Lesen selbst ist technisch grundsätzlich möglich, aber die Aufmerksamkeit schwankt stark.

 

Typische Anzeichen für LRS / Leseschwierigkeiten

Bei einer Lese-Rechtschreib-Schwäche liegt die Herausforderung vor allem in der Verarbeitung von Schrift. Mögliche Hinweise:

  • Buchstaben werden dauerhaft verwechselt (z.B. b/d, p/q)
  • Wörter werden erraten statt gelesen
  • Silben werden nicht richtig verbunden
  • Lesen bleibt trotz Übung sehr stockend
  • das Textverständnis ist eingeschränkt

Hier ist nicht in erster Linie die Aufmerksamkeit das Problem, sondern die Lesetechnik selbst.

 

Unterstützung bei Unkonzentriertheit

Wenn mangelnde Aufmerksamkeit das Hauptthema ist, helfen oft strukturelle Maßnahmen.

Klare Zeitfenster
  • 5–10 Minuten Lesen
  • kurze Pause
  • feste Routine
Reizarme Umgebung
  • Ruhiger Arbeitsplatz
  • Keine Ablenkung durch Bildschirm oder Spielzeug
Konzentration gezielt trainieren

Konzentrationsspiele fördern Aufmerksamkeit und Ausdauer – Fähigkeiten, die auch beim Lesen wichtig sind.

 

Gedächtnis- und Merkspiele

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visuelle Zuordnungsspiele

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strukturierte Logikaufgaben

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Unterstützung bei Leseschwierigkeiten

Wenn die Lesetechnik selbst unsicher ist, braucht dein Kind gezieltes Training.

Silbenlesen üben

Silben erleichtern den Lesefluss deutlich. Materialien mit klarer Silbengliederung können Kindern helfen, Wortmuster schneller zu erkennen.

Wiederholtes Lesen
  • Kurze Texte mehrfach lesen
  • Gemeinsam laut lesen
  • Rollen verteilen
Strukturierte Lernmaterialien nutzen

Einige Kinder profitieren von klar aufgebauten Übungssystemen, die Aufgaben schrittweise steigern, direkte Selbstkontrolle ermöglichen und Erfolgserlebnisse bieten.

 

Silbenkarten

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strukturierte Lesetrainingshefte

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miniLÜK-Leseübungen

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Wann eine fachliche Abklärung sinnvoll ist

Eine professionelle Einschätzung ist ratsam, wenn:

  • trotz regelmäßiger Übung kaum Fortschritte erkennbar sind
  • die Schwierigkeiten über längere Zeit bestehen
  • das Selbstbewusstsein deutlich leidet
  • auch Lehrkräfte Auffälligkeiten sehen

Eine frühe Abklärung schafft Klarheit und entlastet oft die gesamte Familie.

 

Selbstvertrauen stärken – unabhängig von der Ursache

Egal ob eine Unkonzentriertheit oder LRS vorliegen, Kinder spüren sehr schnell, wenn sie Schwierigkeiten haben. Wichtig ist daher, keinen Druck auszuüben, Fortschritte bewusst zu loben, Fehler ruhig zu korrigieren und auch Stärken außerhalb des Lesens zu betonen.

Fazit

Wenn dein Kind beim Lesen unkonzentriert wirkt, steckt nicht automatisch eine LRS dahinter. Genauso ist nicht jede Leseschwierigkeit reine Unaufmerksamkeit. Durch genaue Beobachtung lässt sich oft erkennen, wo der Schwerpunkt liegt. Mit passenden Strategien, strukturierten Materialien und Geduld kannst du dein Kind gezielt unterstützen. Im Zweifel bringt dir eine fachliche Einschätzung Sicherheit – und ist ein wichtiger Schritt zu mehr Klarheit.

Wichtiger Hinweis: Die hier bereitgestellten Informationen dienen der allgemeinen Orientierung. Sie stellen keine Diagnose und keine individuelle Therapieempfehlung dar. Wenn du bei deinem Kind anhaltende Auffälligkeiten oder Entwicklungsverzögerungen vermutest, dann lass dies bitte durch qualifiziertes Fachpersonal abklären.

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