Kind versteht alles, spricht aber wenig – wie fördern?
Du hast das Gefühl, dein Kind versteht alles, spricht aber kaum? Wenn das Verstehen da ist, aber die Worte fehlen, kann das zu Verunsicherung auf Seiten der Eltern führen. Ist das normal? Fehlt dem Kind etwas? Muss gehandelt werden? Die gute Nachricht ist: In vielen Fällen ist solch ein Verhalten Teil einer ganz gewöhnlichen Sprachentwicklung. In diesem Beitrag erfährst du, warum manche Kinder zunächst mehr verstehen als sprechen und wie du das aktive Sprechen bei deinem Kind sanft fördern kannst.
Sprachverständnis vs. aktives Sprechen
Sprache besteht aus zwei Bereichen:
- Sprachverständnis (passiver Wortschatz)
Das Kind versteht Wörter, Aufforderungen und Zusammenhänge. - Aktive Sprache (aktiver Wortschatz)
Das Kind spricht selbst Wörter und Sätze.
Bei vielen Kindern entwickelt sich das Sprachverständnis früher und schneller als das aktive Sprechen. Das ist grundsätzlich kein Grund zur Sorge.
Warum spricht mein Kind noch wenig?
Mögliche Gründe können sein:
- Es beobachtet viel und verarbeitet intensiv.
- Es ist charakterbedingt zurückhaltend.
- Es perfektioniert innerlich, bevor es spricht.
- Es wächst mehrsprachig auf.
- Es nutzt Gestik statt Worte.
Wichtig: Solange dein Kind dich gut versteht, Blickkontakt hält, reagiert und (nonverbal) kommuniziert, ist das in der Regel ein positives Zeichen.
Wann sollte ich genauer hinschauen?
Sinnvoll ist eine Abklärung, wenn:
- dein Kind mit zwei Jahren kaum oder keine Wörter spricht
- auch das Sprachverständnis eingeschränkt wirkt
- dein Kind (auch nonverbal) wenig kommuniziert
- es keinen Fortschritt über mehrere Monate gibt
Wenn du dir unsicher bist, kann ein Gespräch mit dem Kinderarzt helfen, um Klarheit zu verschaffen.
Sprache aktiv fördern – ohne Druck
Wenn dein Kind „Ball!“ sagt, kannst du den Satz erweitern, indem du antwortest: „Ja, das ist rein roter Ball!“. So lernt es automatisch den Satzbau.
Statt Ja/Nein-Fragen kannst du Oder-Fragen stellen, z.B. „Möchtest du einen Apfel oder eine Banane?“. Das motiviert dein Kind zum Antworten.
Beim Kochen kannst du die Zutaten benennen, beim Anziehen die Farben nennen und beim Spaziergang die Tiere beschreiben, die ihr seht. Das Wiederholen der Wörter schafft Sicherheit.
Bildkarten / Wortschatzkarten sind ideal, um Begriffe aktiv abzurufen.
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BambinoLÜK und MiniLÜK Sprachsets fördern das Sprachverständnis und Zuordnung.
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Erzählkarten oder Sequenzkarten unterstützen das Bilden erster kleiner Sätze.
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FAQ: Häufige Elternfragen
Das kann sein. Manche Kinder sprechen mehr in ihrer vertrauten Umgebung, in der sie sich sicher fühlen.
Nein, Druck hemmt. Die Sprache deines Kindes entwickelt sich am besten spielerisch und ganz ohne Zwang.
Bis ca. 2-2,5 Jahre ist es oftmals normal, solange eine konstante Entwicklung sichtbar ist.
Fazit
Wenn dein Kind viel versteht, aber wenig spricht, ist das häufig Teil einer normalen Entwicklung. Mit viel Geduld, bewusster Sprachbegleitung und spielerischen Hilfsmitteln kannst du die aktive Sprache auf sanfte Weise fördern.
