Lesen lernen fällt schwer – wie kann ich mein Kind unterstützen?
Vielleicht kennst du diese Situation: Dein Kind ist in der ersten oder zweiten Klasse und liest langsam, stockend oder vermeidet das Vorlesen ganz. Hausaufgaben werden zur Belastung, Tränen fließen, die Motivation sinkt. Du stellst dir die Frage: „Hat mein Kind eine Leseschwäche – ist das schon LRS?“. Zunächst einmal ist es wichtig zu wissen, dass Lesenlernen ein komplexer Prozess ist und viele Kinder dafür Zeit brauchen. In diesem Beitrag erfährst du, was in den ersten Schuljahren normal ist und wie du dein Kind gezielt und stressfrei unterstützen kannst.
Warum Lesenlernen so anspruchsvoll ist
Beim Lesen passieren viele Dinge gleichzeitig:
- Buchstaben erkennen
- Laute korrekt zuordnen
- Silben verbinden
- Wörter zusammensetzen
- Sinn erfassen
Gerade in der Anfangszeit kann das für Kinder anstrengend und herausfordernd sein. Manche Kinder entwickeln schneller Leseflüssigkeit, andere brauchen mehr Übung.
Was ist in Klasse 1 und 2 noch normal?
In den ersten Schuljahren ist es typisch, dass Kinder Buchstaben verwechseln (b und d, p und q), Silben einzeln lesen, stockend vorlesen und beim Lesen unkonzentriert wirken. Solange Fortschritt ersichtlich ist – auch langsam -, ist das meist Teil einer normalen Entwicklung.
Wann sollte man genauer hinschauen?
Eine genauere Beobachtung ist sinnvoll, wenn:
- Lesen dauerhaft große Anstrengung verursacht
- kaum Fortschritt über Monate erkennbar ist
- das Kind extreme Frustration zeigt
- das Textverständnis sehr eingeschränkt bleibt
In solchen Fällen kann ein Gespräch mit Lehrkräften oder eine schulische Beratung hilfreich sein.
7 konkrete Wege, dein Kind beim Lesen zu unterstützen
Je mehr Druck entsteht, desto stärker blockieren viele Kinder. Daher ist es wichtig, dass du Vergleiche mit Geschwistern, tägliche lange Leseeinheiten und ständige Korrekturen vermeidest. Besser sind kurze, positive Übungseinheiten mit je 5-10 Minuten.
Silbenlesen erleichtert den Einstieg enorm. Hier helfen Silbenkarten oder strukturierte Lesematerialien, die Wörter farblich oder rhythmisch in Silben gliedern. Solche Materialien erleichtern das Erkennen von Wortmustern deutlich.
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Leseflüssigkeit entsteht durch wiederholtes Lesen. Hierfür kann es hilfreich sein, kurze Texte mehrfach zu lesen, Lieblingsbücher auszuwählen und Dialoge mit verteilten Rollen zu lesen. Das macht Spaß und motiviert dein Kind, dranzubleiben. Auch Lesetrainingshefte oder strukturierte Lernsysteme wie LÜK-Leseübungen können das selbstständige Üben unterstützen.
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Kinder profitieren von:
- größerer Schrift
- klarer Zeilenstruktur
- kurzen Sätzen
- vertrauten Themen
Zu schwere Texte führen schnell zu Frust und mindern die Motivation, Lesen zu üben.
Beim Lesen geht es nicht nur darum, Wörter richtig vorzulesen, sondern auch den Inhalt zu verstehen. Indem du Fragen stellst, wie z.B. „Worum geht es in der Geschichte?“ oder „Warum ist das passiert?“, trainierst du gemeinsam mit deinem Kind neben der Technik auch das Verständnis.
Manchmal hängen Leseschwierigkeiten mit visueller Wahrnehmung oder Konzentration zusammen.
Hier können unterstützend helfen:
- visuelle Zuordnungsspiele
- Konzentrationsspiele
- strukturierte Logikaufgaben
Solche Spiele fördern die Grundlagenfähigkeiten, die beim Lesen wichtig sind.
Viele Kinder mit Leseschwierigkeiten entwickeln schnell Selbstzweifel. Wichtig ist es daher, kleine Fortschritte zu loben, Fehler nicht zu dramatisieren und Erfolgserlebnisse zu schaffen. Lesen sollte kein täglicher Kampf sein, sondern sich mit Freude und Motivation Schritt für Schritt entwickeln dürfen.
Fazit
Wenn deinem Kind das Lesenlernen schwerfällt, ist das zunächst kein Grund zur Panik. Viele Kinder entwickeln Leseflüssigkeit in ihrem eigenen Tempo. Mit Geduld, kurzen Übungseinheiten und passenden Materialien kannst du dein Kind wirksam unterstützen. Wichtig ist vor allem: Lesen darf kein täglicher Stressfaktor werden, sondern ein wachsender Erfolg.
